Umsatzsteuerpflicht bei tauschähnlichem Handel

Auch Influenzer brauchen Geld

Influenzer haben einen YouTube-, Instagram-, Twitter- oder Facebook-Account auf denen sie regelmäßig posten. Besonders beliebt ist das Auspacken von Dingen vor laufender Kamera. Auch Schminktipps oder das Testen von Sportgeräten stehen hoch im Kurs. Die Industrie liebt sie, weil sie viel billiger sind, als Werbekampagnen in Fernsehen, Illustrierten oder auf Plakatwänden. Und sie haben eine definierte Reichweite, die das Heiligtum aller Marketingabteilungen, den Return on Invest, gut berechenbar macht.

Die Influenzer selbst sind mehr oder weniger engagiert, einige können ziemlich viel bewegen, bei anderen ist es gut, nicht allzu genau hinzuschauen.

Sie alle eint die Gefahr, den Augenblick zu verpassen, in dem sie zum Unternehmer werden. Dieser Augenblick ist eigentlich der 1. Post, in den sie Werbung integrieren, sei es als Produktpräsentation oder als Insert im Video. Dann gelten sie vor dem Steuergesetz als Unternehmer. Ab einem Umsatz von 17.500,- €/Jahr besteht Umsatzsteuerausweispflicht, von der Einkommensteuer sind sie nur befreit, solange der Grundfreibetrag mit dem Einkommen nicht überschritten wird.

Influenzer dürfen oft behalten, was sie präsentieren. Das ist dann ein tauschähnlicher Handel, der umsatzsteuerpflichtig ist. Behält also der Influenzer den Toaster, den er seiner Gefolgschaft angepriesen hat, so muss er die Umsatzsteuer dafür abführen und bei der Einkommensteuererklärung mit angeben. Weil ja der Toaster plötzlich Geld in Form von Abgaben kostet, kann das schnell zum Problem werden. Influenzer sollten sich zum Begleichen solcher Verpflichtungen also auch finanziell entlohnen lassen. Eine Steuererklärung muss in jedem Fall abgegeben werden.

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