Gehaltsumwandlung zugunsten von Rentenbezügen

Gehaltsumwandlung, Tricks & Treats

Wie immer ist es sinnvoll, sich vor der Betrachtung von Eigenheiten im Steuerrecht der Begriffsdefinition zu widmen; hier der des Begriffes „Gehaltsumwandlung“.

Landläufig ist natürlich jeder Eintausch des Gehalts, in z.B. Produkte, eine Umwandlung. Wenn also ein Gehalt in eine Party hinein- und viel Alkohol aus einer Party herausfließt, ist das im Grunde eine Gehaltsumwandlung. Allerdings ist das hier nicht gemeint. Der Begriff beschreibt den eher langfristigen Plan der Altersvorsorge, wenn nämlich ein Teil des Gehalts in eine sog. Unterstützungskasse gezahlt wird.

Der monatliche Betrag summiert sich mit der Zeit ganz erfreulich zusammen und kann später als Ergänzung oder auch einfach so als Rente dienen und den Lebensabend mit erfreulichen Annehmlichkeiten ergänzen.

Vor allem aber lässt sich der abgezweigte Betrag als Betriebsausgabe deklarieren und mindert so den Lohn. Nähert sich der Anteil der Rücklage jedoch der 50 %-Marke des Gehalts, dann wird das Finanzamt argwöhnisch - es argwöhnt nämlich, dass hier familiäre Beziehungen, die einem Fremdvergleich nicht standhalten würden, ein spezielles Arrangement als Steuersparmodell einsetzen. Wer, wenn er nicht z.B. Ehepartner des Arbeitgebers wäre, würde die Hälfte des Gehalts für eine Unterstützungskasse und damit für eine späte Rente opfern? Vermutlich niemand und so würde das Finanzamt eine Gehaltsumwandlung in der Nähe von 50 % als Betriebsausgabe ganz sicher ablehnen.

Aber es gibt hier noch etwas: Eine Investition in die Rente kann nicht gleichzeitig als Betriebsausgabe und als Lohn deklariert werden. Wenn aber die Hälfte oder auch nur ein geringerer Teil des Lohnes umgewandelt wird, fehlt er bei der Höhe des Stundenlohns. Ein Mitarbeiter, der regulär z.B. 12,- Ä/Stunde verdient, hat nur noch 8,- Ä/Stunde übrig, wenn ein Drittel des Gehalts umgewandelt wird. Damit sinkt das Lohnniveau unter den Mindestlohn, ggf. vorher schon unter  Tarif. 

Auf der anderen Seite ist jeder Arbeitgeber verpflichtet Angebote zur zusätzlichen Rentenabsicherung zu machen. Immer, wenn man sich dann bei den Gehaltsverhandlungen nah an Tarif- oder Mindestlohngrenzen bewegt hat, können Gehaltsumwandlungen diese Grenzen unterschreiten und eine Gehaltserhöhung notwendig machen.

Im Watchdog lesenZurück zur ÜbersichtDie Beiträge ersetzen keine Steuerberatung oder ein persönliches Gespräch. Bitte beachten Sie, dass sich in Abhängigkeit des Datums der Veröffentlichung unserer Beiträge, Gesetze geändert haben können und so unsere Kommentare und Informationen bereits überholt sein können.
weitere Artikel
Fremdvergleich verhindert bedingungslose Firmenwagennutzung