Freigrenze für Sachgeschenke

Für Pizza reicht‘s, für Kryogenik nicht

Ganz ohne ersichtliche Hintergedanken wird die Freigrenze für Sachgeschenke von 40,- auf 60,- € angehoben, was wir uns im Kalender bunt anstreichen wollen. Doch wofür kann man diese Freigrenze nutzen? Wir haben Sie schon beim Thema Nettolohnoptimierung erwähnt. Das interessante an dieser Freigrenze ist, dass nicht definiert ist, wie oft diese Sachgeschenke gewährt werden dürfen. Lediglich im betrieblichen Interesse muss das Geschenk sein.

Leider reicht auch die erhöhte Freigrenze nicht für den neuesten Trend der Mitarbeitermotivation: Das kryogenische Einfrieren, eigentlich Kryokonservierung, von Eizellen, um den emotionalen Reichtum einer Familienidylle lieber später im Ruhestand zu genießen, wo ggf. auch mal andere Bewohner des Altersheims auf die Kinder aufpassen können. Immerhin reicht es, um denjenigen Mitarbeitern, die auch nach 20 Uhr noch tapfer am Schreibtisch sitzen, eine Pizza zu spendieren im Ausgleich auf das verpasste Familienglück. Das kann dann auch täglich geschehen, solange es im Interesse des Unternehmens ist.
Bei der Gelegenheit lässt sich erkennen: Je nach Branche sind die Grenzen von Moral ganz unterschiedlich gesetzt, was wundervoll ist, weil alle übereinander staunen können. 
Eines sollte die Erhöhung der Freigrenze aber schon aus purer Dankbarkeit sein: Ein Anlass, darüber nachzudenken, was in Ihrem Betrieb damit so anzustellen wäre. Falls Sie eine kreative Idee haben, freuen wir uns, sie zu hören. Wir sagen Ihnen dann auch, ob Sie damit dem Gedanken des Gesetzes folgen.

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