Einzweck- & Mehrzweck-Gutschein

Der Gutschein

Für den Empfänger ist natürlich immer fraglich, was der Vorteil eines Gutscheins gegenüber Bargeld sein könnte. Für den Aussteller ist so ein Gutschein hingegen ganz prima - vor allem wenn er nicht eingelöst wird. Wir haben keine Statistik zu nicht eingelösten Gutscheinen, allerdings eine Menge Gutscheine in verschiedenen Schubladen, die uns einen Eindruck vermitteln. 

Ab Oktober 2019 werden Gutscheine unterschieden in Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine. 

Einzweck-Gutscheine stehen für eine ganz konkrete Leistung ein, z.B. einen Toaster oder einen Saunabesuch. Mehrzweck-Gutscheine lassen sich individuell, z.B. bei einem Hersteller einsetzen. Hier darf nur der Geldwert beschrieben sein, nicht aber das Einsatzgebiet.

Der Unterschied beider Gutscheinarten liegt in der Fälligkeit der Umsatzsteuer. Ein Einzweck-Gutschein ist sofort umsatzsteuerlich wirksam, ein Mehrzweck-Gutschein erst, wenn er eingelöst wird. Wird er gar nicht eingelöst, wird auch keine Umsatzsteuer fällig. Ggf. muss man abwägen, ob die übrigen Vorteile eines Einzweck-Gutscheins diesen Nachteil ausgleichen.

Offen ist im Fall eines Einzweck-Gutscheins noch die Frage der Rechnungsstellung. Wird hier das Produkt oder die Dienstleistung angegeben oder bleibt es beim Gutschein und die Mehrwertsteuer wird auf einer eigenen Auslieferungsrechnung ausgewiesen, wenn auch vielleicht erst ein, zwei Jahre später, oder auch gar nicht? 

Als Folgefrage steht im Raum, wer als Empfänger der Rechnung gilt? Ist es z.B. ein Unternehmen, das einen Gutschein im Rahmen des §37b verschenkt, könnte es ggf. die Mehrwertsteuer absetzen, wenn es für den Gutschein eine entsprechende Rechnung bekäme. Die Rechnung wiederum würde z.B. den Toaster enthalten, der aber ggf. im Regal des Lieferanten verbleibt, nämlich dann, wenn der Gutscheinempfänger an Getoastetem kein Interesse hat. Oder, wie wir, einfach sehr große Schubladen. Und das ergäbe einen Schiefstand in der Warenwirtschaft.

Wie üblich sind neue Ideen oft begleitet von Umständen, sog. Begleitumständen, die sich mit etwas Fantasie hätten in die Planung integrieren lassen. Offensichtlich ist dies jedoch eines der 2 Phasen Projekte, auf die wir in einer späteren Ausgabe zurückkommen.

Im Watchdog lesenZurück zur ÜbersichtDie Beiträge ersetzen keine Steuerberatung oder ein persönliches Gespräch. Bitte beachten Sie, dass sich in Abhängigkeit des Datums der Veröffentlichung unserer Beiträge, Gesetze geändert haben können und so unsere Kommentare und Informationen bereits überholt sein können.
weitere Artikel
Umsatzsteuerausfälle beim Handel auf elektronischen Marktplätzen