Verbilligte Wohnraumvermietung

Es ist nobel Wohnraum günstig zu vermieten und, siehe Mietpreisbremse, durchaus im gemeinschaftlichen oder auch staatlichen Interesse. Andererseits sind da die auf die Wohnung anzurechnenden Werbungskosten. Sie sind unabhängig von den Mieteinnahmen und schmälern die Freude, die das Finanzamt an Mieteinnahmen hat. Sinken die Mieteinnahmen bei einem Objekt, wird die Freude ja ohnehin schon weniger, wenn nun auch noch die Werbungskosten abgezogen werden, kann aus dem Rest der Freude schnell Frustration werden. Dem wirkt zum Glück ein Gesetz entgegen: Sobald die Miethöhe 66% der ortsüblichen Miete unterschreitet, gilt der Mietraum als teilvermietet. Beträgt die Miete nur 60% der ortsüblichen Miete, können auch nur 60% der Werbungskosten geltend gemacht werden, der Rest wird dem „kostenlos“ vermieteten Teil des Wohnraums zugeordnet und vollumfänglich ignoriert.

Ab sofort gilt jedoch eine neue Grenze von 50%. Das ist natürlich schön, aber auch etwas akademisch. Der Parameter „ortsüblich“ ist nämlich gar nicht präzise definiert. Also muss man versuchen eine plausible Quelle für die Ortsüblichkeit zu finden. Hier schwanken die Einschätzungen gelegentlich so erheblich, dass die 16%, um die die Grenze gesenkt wurde, kaum noch ins Gewicht fallen. Wer also dringend günstig vermieten möchte, bei den Werbungskosten aber pingelig ist, sollte einen soliden Mietspiegel bereithalten und einen Sicherheitsabstand zur neuen 50%-Grenze halten.

Free Jobtickets
Free Jobtickets