Umsatzsteueranmeldung bei Geschäften in der EU

Der OSS MOSS Wandel

Die Mehrwert- oder auch Umsatzsteuer ist im Grunde eine nationale Größe für die Abgaben auf einen Umsatz, die in Deutschland im Wesentlichen auf 3 Größen festgelegt ist: Keine Umsatzsteuer, 7% oder 19% auf den Umsatz (für Fans von Vollständigkeit und Präzision seien noch die selteneren Vorkommen von 3,5%, 5,0%, 5,5% und 5,7% erwähnt), von der kurzen Phase der Senkung vor ein paar Monaten mal abgesehen.
Im Handel zwischen 2 Ländern muss man sich die Frage stellen: Welche Umsatzsteuer gilt? Hier gilt allgemein die im Empfängerland gültige Umsatzsteuer, was aber im Versandhandel zuweilen umständlich ist. Innereuropäisch gab es bis jetzt für bestimmte Dienstleistungen eine Einrichtung mit dem Namen MOSS. MOSS steht für Mini-One-Stop-Shop. Der Shop wird bei der EU mit einer Nummer registriert die auf der Rechnung angegeben wird. Ziel des MOSS ist die Vereinfachung bürokratischer Notwendigkeiten.

Da der MOSS ab jetzt Geschichte sein wird, wollen wir nicht zu detailliert darauf eingehen und wenden uns gleich seinem Nachfolger zu, dem OSS. Namentlich verliert der One-Stop-Shop nur die Einschränkung „Mini“ zu sein. Der OSS gilt ab 1.Juli 2021. Galt der MOSS nur für Dienstleistungen, ist der OSS zwar ulkig auszusprechen, dafür aber eine vollumfängliche Lösung. Jetzt steht auch für Fernverkäufe an Privatpersonen und Nichtunternehmer in andere Mitgliedsländer der EU damit ein vereinfachter Prozess für die Umsatzsteueranmeldung zur Verfügung. Anstatt sich für jedes Land einzeln zu registrieren, um jeweils in jedem dieser Länder eine separate Umsatzsteuererklärung einzureichen, können mit dem OSS zusammen mit der Übermittlung der Umsatzsteuererklärung auch die Daten für Auslandsverkäufe mit übertragen werden, so dass viel Einzelarbeit entfällt.

Die Pflicht zur Umsatzsteueranmeldung bei Verkäufen in die EU beginnt bei Überschreiten einer sog. Geringfügigkeitsschwelle von 10.000,- €/Jahr für Verkäufe in die EU insgesamt, kann aber freiwillig auch darunter genutzt werden.
Für die Teilnahme am Verfahren können sich Unternehmen beim BZSt anmelden. Die Anmeldung gilt ab dem auf die Anmeldung folgenden Quartal. Für den MOSS registrierte Unternehmen sind automatisch auch für den OSS angemeldet.
Während der MOSS wie erwähnt noch nur für Dienstleistungen galt, können sich für den OSS nun auch Anbieter von Waren, Dienstleistungen und digitalen Diensten anmelden.

Sollten Sie Geschäfte mit anderen Ländern in der EU machen, sprechen Sie uns gerne an. Abgesehen von der im Grunde unkomplizierten Anmeldung, können wir Ihnen bei den darauf folgenden Schritten den Weg zu einer erfolgreichen Umsatzsteuervoranmeldung über den OSS ggf. erheblich verkürzen.

Umsatzsteuer nach dem Brexit
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