Umsatzsteuer nach dem Brexit

Der Handel mit Kunden aus Großbritannien ist um ein paar Regeln reicher geworden. Das sympathische Land, dessen Wählerinnen und Wähler mit knapper Mehrheit nicht an die Vorteile einer großen Gemeinschaft glauben, gilt in den Handelsbeziehungen seit Jahresbeginn als ein Drittland und ist seitdem eifrig bemüht, mit das mit immer neuen Regeln, wie z.B. dem Einführen einer Einreisegenehmigung für Europäer, zu unterstreichen.

Ohne, dass eigens für die EU Regeln geschaffen werden, ist Umsatzsteuer auch so schon ein besonderes Feld:

Die Umsatzsteuer muss in der Regel in dem Land abgeführt werden, in dem die Ware ausgeliefert wird. Üblicherweise geschieht das durch eine Einfuhrumsatzsteuer. Im Fall von Großbritannien ist allerdings bis zu einem Handelswert von 150,- € (135,- £) die Einfuhr einfuhrumsatzsteuerfrei. Das bedeutet allerdings nicht, dass keine Umsatzsteuer entrichtet werden müsste, sondern, dass die dann vom Verkäufer im Inland abzuführen wäre. Das würde eine entsprechende Registrierung voraussetzen und es wäre dringend geraten für diesen Prozess einen britischen Steuerberater in Anspruch zu nehmen.

Findet der Verkauf über einen separaten Marktplatz, wie z.B. Amazon oder ähnliche, statt, übernimmt dieser Marktplatz die Formalitäten bis zu einem Handelswert von 135,- £.

Für den Handel mit Nordirland müsste im Grunde natürlich europäisches Recht gelten, doch auch hier haben sich aus den Zusammenhängen und Notwendigkeiten, die sich rund um den Brexit ergeben haben, neue Parameter ergeben. Auch hier ist entweder der Umweg über einen Marktplatz oder steuerberaterliche Hilfe eines in dem Fall nordirischen Steuerberaters zu empfehlen.

Umsatzsteueranmeldung bei Geschäften in der EU
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