Nettolohnoptimierung

Das Finanzamt unterscheidet zwischen ohnehin geschuldetem Arbeitslohn und zusätzlichem Arbeitslohn. Man kann schon aus der Sprachformung herauslesen, dass letzterer nicht wirklich geschuldet wird. Tatsächlich ist ein zusätzlicher Arbeitslohn freiwillig. Das ist erst einmal egal, denn der Empfänger des Geldes freut sich vermutlich ganz unabhängig der daranhängenden Verpflichtung, wenn er Geld bekommt.

Ohnehin geschuldeter Arbeitslohn ist an keine Verwendung gebunden und ist Lohnsteuer- und Sozialabgabenpflichtig.

Zusätzlicher Arbeitslohn wird freiwillig gewährt und kann deswegen an Bedingungen geknüpft werden. So kann der Lohn als Aufwandsentschädigung für die Anfahrt zur Arbeit oder für den Kauf von Aufputschmitteln bereit gestellt werden. Ersteres kann dann vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden, letzteres ist aus anderen als steuerrechtlichen Gründen illegal.

Bei geschickter Ausgestaltung lassen sich also gemeinsam mit dem Arbeitnehmer Ausgaben, die ohnehin der Bereitstellung der Arbeitskraft dienen und als Zusatzlohn pauschalversteuert werden können oder sogar gänzlich steuerfrei sind, Lohnsteuer und Sozialabgaben sparen. Letzteres muss natürlich immer auch mit Blick auf die Rentenrücklagen bewertet werden.

Eine entsprechende Vereinbarung kann zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffen werden. Wichtig ist, dass klar und unmissverständich zwischen dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn und dem Zusatzlohn unterschieden wird.

Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob man denn den ohnehin geschuldeten Arbeitslohn kürzen kann und den Kürzungsteil in einen Zusatzlohn wandeln kann. Irgendwie ist das Manöver ja ziemlich durchschaubar in seiner Absicht, explizit Lohnsteuer und Sozialabgaben zu sparen. Man könnte, um nicht als Steuergeizling entlarvt zu werden, eine entsprechende Änderung mit einer Lohnerhöhung verbinden, wobei der Zusatzlohn dann die Erhöhung darstellen würde. Andererseits ist das gar nicht nötig. Zum Einen ist es wohl den meisten völlig egal, was das Finanzamt von ihnen hält - was ein Grund für gelegentlichen Unfrieden sein kann - zum Anderen ist es steuerrechtlich legal, den Lohn zu kürzen. Überzeugungsarbeit ist höchstens gegenüber dem Mitarbeiter zu leisten. Da mag es helfen eine faire für beide Parteien vorteilhafte Einigung zu errechnen und als Arbeitgeber nicht ausschließlich auf die eigene Einsparung zu schauen.

Übungsleiter und Ehrenämter
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