Liebhaberei

Wir sprechen hier nicht von der gegenseitigen innigen Zuwendung zwischen zwei oder auch mehr Menschen, ein Thema, das das Steuerrecht eher abstrakt behandelt und deswegen nicht als Liebhaberei betitelt, sondern eher an klar definierenden Termini, wie z.B. Ehe, orientiert.

Liebhaberei im steuerlichen Sinn ist die Ausübung einer Tätigkeit ohne sog. Gewinnerzielungsabsicht. Hier muss unterschieden werden zwischen einer Gewinnerzielung und einer Gewinnerzielungsabsicht. Tesla z.B. erzielt keinen Gewinn, von Liebhaberei darf dennoch nicht ausgegangen werden. Unternehmungen, die keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen, müssen dennoch eine Art Buchführung als Beweis für das Fehlen von Gewinnen abgeben, ohne jedoch Kosten geltend machen zu können. 

Ein Klassiker der Liebhaberei dürfte das Sammeln von Dingen sein. Autos, zum Beispiel, lassen sich hervorragend sammeln. Plötzlich ist die Scheune voll und schon muss der Volksporsche einem Borgward weichen. Der 914er VW ist aber seit dem Kauf im Wert dramatisch gestiegen und wird beim Verkauf auf jeden Fall einen Gewinn erzielen. Abgesehen vom offensichtlich liebhaberischen Gedanken der Sammelleidenschaft gilt hier auch noch, dass die Kauf-Verkauf-Periode von in der Regel sicher mehr als einem Jahr, eben ohnehin keine regelmäßige Geschäftstätigkeit ist.

Ggf. kann Zusammenstellen einer Reisegruppe ein Fall von Liebhaberei sein. Will ein dem Leben nicht so sehr verbundener Sportenthusiast gemeinsam mit Freunden eine Speedflying-Tournee durch die Alpen machen, dann wird er ggf. Übernachtungen und Transportmittel organisieren und die Kosten auf die Freunde umlegen. Rundungsfehler, auch großzügige, müssen dann ebenfalls nicht steuerlich erfasst werden. 

Gültigkeit von Rechnungsadressen bei Vorsteuerabzug
Gültigkeit von Rechnungsadressen bei Vorsteuerabzug