Keine Zahlungserinnerung auf Steuervorauszahlungen mehr

Einerseits nimmt die Digitalisierung ihren Lauf, andererseits wirken die Argumente aus der papierlichen alten Welt noch ganz gut, wenn es darum geht, einen Service wegzuargumentieren.

Auf Einkommensteuer erwartet das Finanzamt eine Vorauszahlung. Für den einen oder anderen ist das sicher sinnvoll, denn nach der Periode für die vorausgezahlt wird, hat der eine oder andere das Geld ja schon ausgegeben. Steuervorauszahlungen sind aber außerdem verpflichtend und das Versäumnis wird entsprechend geahndet. Einige Finanzämter haben deswegen eine Erinnerung versandt, die den Steuerzahler an seine Pflicht erinnert. Die Finanzverwaltung hat nun einen Einwand gegen die Erinnerung: Sie kostet Geld. Allein in Rheinland-Pfalz kommen monatlich 220.000,- € für Porto und das viele Papier zusammen. Es ist in der schönsten aller Pflichten der Finanzverwaltung hier sparsam mit dem Haushalt umzugehen. So gesehen ist es löblich, diesen Service zu überdenken und die Einsparung von Porto und Papier zu planen. Das wäre z.B. der Fall, wenn die Erinnerung per eMail versandt würde. eMails sind in der Regel unauffällig in ihren Portokosten und Papier kommt nur zu Einsatz, wenn ein Empfänger auf einem Monitor nicht, auf Papier aber schon lesen kann.

Die Erinnerung ganz einzustellen erreicht natürlich dasselbe Ziel, außerdem ist davon auszugehen, dass sich Säumniszuschläge häufen werden - die werden vermutlich dann doch wieder postalisch angefragt, was den Spareffekt relativiert. Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, überraschend statt einer Erinnerung gleich eine kostenbelegte Mahnung zu bekommen, schlagen wir vor, am SePa-Lastschriftverfahren teilzunehmen. Das Argument, dass das Finanzamt dann ja ungehemmt abbuchen kann, überzeugt in der Praxis nicht. Die Vorteile einer säumniszuschlagsfreien Buchhaltung aber schon. Sollte aber dennoch das Mistrauen zu tief sitzen, gäbe es noch den semiautomatischen Weg des Dauerauftrags. Semiautomatisch, weil der Dauerauftrag natürlich jeweils an Änderungen angepasst werden muss.

Strafbefreiende Selbstanzeige