Kryptowährungen

05. June 2018

Dezentral, verschlüsselt, erfolgreich…

Geld ist eine abstrakte Sache. Krisenzeiten machen das besonders deutlich, wenn nämlich eine Stange Zigaretten als Tauschmittel mehr wert ist, als ein Stapel Geldscheine. Im Grunde existiert Geld nur als eine Vereinbarung zwischen seinen Nutzern. Sollte sich eine Gruppe von einigen Millionen Händlern entscheiden, Ware plötzlich zum doppelten Preis zu verkaufen, wäre das eine Änderung der Vereinbarung und eine dramatische Umgestaltung des Gegenwertes, den die Währung zum Produkt einnimmt.
Wenn aber eine Währung nichts weiter ist als eine Vereinbarung, dann kann man sich natürlich auch seine eigene Währung ausdenken. Das tun wir bereits, z.B. wenn wir Monopoly spielen. Hier zählt nur die bunte Spielwährung zwischen Würfelfach und Spielfiguren. Im Fall von Monopoly ist wegen fest verhandelter Immobilien- und Wohnpreise die Währung stabil, jedoch nur, weil die Mitspieler sich auf das Einhalten dieser Regeln geeinigt haben. Das Spiel und der Frieden unter den Teilnehmern erführe eine signifikante Änderung, würde der Hotelbesitzer auf der Parkallee anfangen, die Preise zu erhöhen.
Dächten wir uns eine Währung aus, könnten wir sicher auch solche Vereinbarungen treffen. Je größer allerdings die Menge der Nutzer der Währung wären, desto wahrscheinlicher wird eine Verletzung der Vereinbarung, denn jeder wird naturgemäß versuchen den Wert der Währung zu seinen Gunsten neu zu verhandeln. Das gilt im Grunde für jede Währung.
Im Fall von Kryptowährungen ist diese Entwicklung oft besonders dynamisch. Bitcoin, die bekannteste aller Kryptowährungen, ist im vergangenen Jahr von 1.000,- € im Januar auf 9.000,- € im November und schließlich fast 16.000,- € im Dezember gestiegen um dann wieder auf weniger als die Hälfte zu fallen.
An der Währung selbst hat sich nichts geändert. Der Wert ist einzig eine Frage einzelner Erwartungen, die Käufer und Verkäufer miteinander synchronisieren. Eigentlich gibt es hier keinen Unterschied zu herkömmlichen Währungen.
Das gilt auch für die Pflege der Währung, die sich besonders einer Aufgabe widmen muss: Sie sollte fälschungssicher sein. Der Staat regelt das mit dem Verhängen von ganz erheblichen Strafen für die Produktion von dem, was man in Kreisen lockerer Rechtsmoral „Blüten“ nennt. Man geht dafür auf jeden Fall für sehr viel längere Zeit ins Gefängnis, als wenn man auf einen vermeintlich uneinsichtigen Diskussionspartner einprügelt. Dabei sollte man meinen, nichts wäre wirklich schlimmer als die Beschädigung der körperlichen Unversehrtheit.
Das Prinzip der Strafverfolgung ist für selbst ausgedachte Währungen ohne entsprechende Autorität schwer durchzusetzen. Kryptowährungen lösen die Aufgabe der Fälschungssicherheit stattdessen durch eine entsprechende Verschlüsselung, die in einer Art Kette, der sog. Blockchain, immer weiter gegeben wird und so die Währungseinheit identifiziert. Kennen Sie das Spiel, in dem der Erste mit einem Wort beginnt und jeder Nachfolgende dem Satz ein weiteres Wort hinzufügt? Will jemand nachträglich sein Wort in diesen Satz einfügen, so muss er scheitern, denn er würde den Satz gegenüber bestehenden Sätzen verändern und so die Fälschung offenlegen. So in der Art funktioniert Blockchain Encryption. Das ist, im Vergleich zum Kopierschutz eines Geldscheins, ziemlich Bulletproof.
Kryptowährungen haben Vorteile. So ist die Verfügbarkeit ortsunabhängig, sofern ein Internetzugang existiert. Gebühren sind für die Verwaltung weitgehend unnötig, obgleich zu erwähnen ist, dass die bloße Existenz einer solchen Währung durch einen massiven Energieaufwand für die zur Existenz der Währung gehörenden Computer erkauft wird.
Kryptowährungen haben allerdings einen ganz erheblichen Nachteil. Ihre Nutzercommunity ist traditionell sprunghaft und eher spekulativ veranlagt. Das hilft nicht, eine stabile Werteinschätzung zu garantieren. Andererseits macht das die Währung auch gerade so erfolgreich. So mancher, der zu Beginn von Bitcoin mit eingestiegen ist, hat inzwischen das Dachgeschoss des Elternhauses verlassen und bewohnt seine eigene Villa.
Das Erfinden einer neuen Währung, das sog. Mining, wird wie jede andere Tätigkeit auch, ab einem Umsatz von 17.500,- €/Jahr als umsatzsteuerpflichtiges Gewerbe betrachtet, mit allen Rechten und Pflichten.
Der Kauf und Verkauf von Währungseinheiten ist steuerfrei, sofern zwischen den beiden Vorgängen mindestens ein Jahr liegt und einen Gewinn von 256,- €/Jahr nicht übersteigt. Ist der Zeitraum kürzer, müssen die Einnahmen versteuert werden, allerdings können dann Verluste auch geltend gemacht werden.

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