Sepa-Umstellung

25. June 2013

Aus Raider wird jetzt Twix

2007 startete ein aufwändiges aber erstrebenswertes Projekt: die Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs in Europa. Die Meldefrist der Kreditinstitute für die Teilnahme endete am 14. Dezember 2007, Anfang 2008 ging es los. 32 Länder nehmen teil, mit gemischtem Engagement.
Es gibt keinen Zweifel: Die Idee ist gut. Doch das zeitliche Volumen der Einigungsprozedur zeigt deutlich, wie groß die Herausforderung war, aus allen Gesetzen, Gepflogenheiten und organisatorischen Möglichkeiten einen gemeinsamen Kompromiss zu schmieden.
Inzwischen ist es vollbracht, SEPA – die Single Euro Payments Area – ist geboren und in vollem Einsatz. Das offensichtlichste Merkmal ist die Vereinheitlichung der Bankverbindung. Der neue Identifizierer heißt IBAN, bereits aus Auslandsüberweisungen bekannt. Für eine Übergangszeit wird auch noch der BIC oder SWIFT-Code verlangt, um das Keditinstitut zu identifizieren. Dieser Code fällt aber 2016 auch weg. Kurz: Aus Kontonummer und Bankleitzahl wird jetzt IBAN!
Eigentlich enthält der IBAN nichts weiter als eine Länderkennung, die Bankleitzahl und die Kontonummer. Dazu gibt es noch eine zweistellige Prüfziffer hinter der Länderkennung. Die Umstellung von Raider auf Twix ist also wie in der echten Welt: Es ist dasselbe drin. Nun könnte man fragen: What‘s all the fuzz about?
Nun: Wir sind nicht allein und die Abstimmung dieser simpel aussehenden Änderung mit den teilnehmenden Kreditinstituten, den 32 Ländern, allen Beteiligten am Zahlungsverkehr, also fast allen Menschen Europas, geht tiefer als nur bis zur geänderten Bezeichnung. Gesetzliche Anforderungen, Fristen, technische Voraussetzungen müssen angepasst werden und Personal muss geschult werden. Europaweit! Das macht eine effiziente Kommunikation sinnvoll. Leider lesen sich die „Umstieg auf SEPA“-Checklisten mancher Kreditinstitute so, als wäre SEPA ein Fulltime-Job. Der Vorschlag, eine Projektgruppe SEPA in jeder Firma zu gründen, ist nach unserer Meinung für die breite Masse der Firmen ein wenig viel Kanone für nicht so sehr viele Spatzen. Bei sachlicher Betrachtung der sich ändernden Parameter lässt sich ein guter Prozess zum Umstieg in Richtung SEPA in einem Meeting anstoßen und dann von einem dazu eingesetzten Mitarbeiter begleiten.
Die Vorteile von SEPA liegen auf der Hand. So fallen erhöhte Auslandsüberweisungsgebühren innerhalb Europas zukünftig weg, die Bankverbindung wird langfristig auf eine ID reduziert, alle Konten innerhalb von SEPA unterliegt den gleichen gesetzlichen Bestimmungen. Das eigentliche Ziel von SEPA ist ein freier Wettbewerb europaweit. Daraus resultieren wiederum andere Rechte, wie z.B. die freie Kontowahl. Finanzbehörden können kein Inlandskonto mehr vorschreiben, weil die Konten europaweit ja schon wie Inlandskonten behandelt werden.
Abgesehen vom Umstellungsaufwand – neues Briefpapier, Änderung der Kontobezeichnung z.B. bei Kunden betreffenden Parametern – gibt es auch ein paar Nachteile. Besondere Beachtung sollte Lastschriftverfahren gelten. Hier ändert sich der Prozess grundlegend. Auch die Fristen ändern sich. So hat eine Firmenlastschrift, die bisher 3 Tage benötigte, um den Empfänger zu erreichen, nun 5 Tage Zeit, bei der ersten Abbuchung sogar 8 Tage.
Die Einflüsse der Umstellung nach SEPA auf Gesellschaften und Privatpersonen variieren, so dass Checklisten kaum passend zu gestalten sind und entweder unvollständig erscheinen oder aussehen wie das Werk eines verrückten Mathematikers.
Der grundsätzliche Rat, diesen Prozess an eine Person zu delegieren, die den nötigen Überblick über Software, Buchhaltung und Firmenstruktur hat sowie die strategische Unternehmensstruktur kennt, ist auf jeden Fall zu befürworten. Informationen zu SEPA sind umfassend und leicht zu finden. Mit den nötigen internen Kenntnissen lassen sich dann leicht notwendige Schritte planen und vornehmen.
Für diejenigen, die das Thema kompakt behandelt wissen möchten, haben wir dennoch eine Checkliste zusammengestellt, die auf die wesentlichen Punkte aufmerksam macht. Sie können sie auf www.dasSteuerhaus.de/sepa downloaden. Hier finden Sie auch weitere Links zum Thema.
2 wichtige Termine zum Eintragen oder Merken:
1. Feb. 2014 Zahlungsverkehr nur noch nach SEPA-Richtlinien. IBAN, Kundenname und BIC (oder SWIFT) sind Pflicht. Der Verwendungszweck wird auf 140 Zeichen reduziert, Sonderzeichen im Verwendungszweck sind nicht mehr möglich.
1. Feb. 2016 Auch der BIC fällt weg. Nur noch IBAN und Empfänger sind die Adressangaben.
Das bis zu diesem Zeitpunkt noch gedultete elektronische Lastschriftverfahren (ELV) endet ebenfalls.

Sprechen Sie Ihre Umstellungspläne zur SEPA gerne mit uns durch, um auch in unserer Zusammenarbeit einen reibungslosen Prozess hin zu einem wettbewerbsfähigen Euro-Zahlungsraum zu gestalten.
Und Twix?
Es ist wohl doch etwas mehr als nur der Name.
In SEPA stecken eine Menge Chancen und die rechtzeitige Auseinandersetzung kann besonders für international tätige Unternehmen von Vorteil sein.

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