18. September 2013

Die Frage der Selbstständigkeit

Schön ist es selbstständig zu sein.
Das gilt sicher auch in einem gewissen Umfang für die Selbstständigkeit im unternehmerischen Sinn, gäbe es da nicht die wärmende Decke unseres Sozial­systems, unter die zu schlüpfen so verlockend ist. Dem Selbstständigen bleibt die behagliche Nestwärme verwehrt. Eine günstige Krankenversicherung, Rente und im Fall einer Entlassung etwas Geld für die Gestaltung der neu gewonnenen Freizeit gibt es eben nur, wenn man ordnungsgemäß angestellt ist.
Innerhalb der gültigen Richtlinien gilt es also Vor- und Nachteile von Selbstständigkeit für die eigene Planung sorgfältig abzuwägen. In den meisten Fällen werden die Richtlinien den Status zwar vorgeben, jedoch haben einige der Richtlinien erst einmal empfehlenden Charakter.
Klar ist: Wer seinen Arbeitsplatz beim Auftraggeber hat, weisungsgebunden handelt und den größten Teil seiner Zeit für nur einen Arbeitgeber arbeitet ist angestellt. Wird er als Unternehmer entlohnt, droht irgendwann eine Nachzahlung der Sozialleistungen, was das Portemonnaie mit einem lauten „Autsch“ quittiert. Hier spricht man von Scheinselbstständigkeit.
Betreibt ein in einem Betrieb angestellter Arbeitnehmer aber außerdem ein eigenes Gewerbe, ändert sich die Situation. In Abhängigkeit von Einnahmen und Zeitaufwand wird die Versicherungspflicht aberkannt. Nach neuester Regelung kann zwar ein Unternehmer, der hauptsächlich angestellt ist, in seinem Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen, ohne zwangsläufig seine Versicherungspflicht zu verlieren. Dennoch muss er nachweisen, dass sein Hauptbeschäftigungsfeld bei seinem Arbeitgeber liegt.
Noch schwieriger wird die Beurteilung, wenn Gesellschafter einer GmbH auch Geschäftsführer sind. In solchen Konstellationen, und auch anderen schwer einzuschätzenden Fällen, erlangen Sie Rechtssicherheit durch die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung.
In einem Statusfeststellungsverfahren wird eine verbindliche Entscheidung auf Basis der eingereichten Informationen gefällt.
Der Antrag kann sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer gestellt werden. Natürlich können und sollen Sie den gewünschten Status angeben. Sollte die Clearingstelle dann wider Erwarten eine andere Sicht der Dinge haben, gibt es die Möglichkeit das noch einmal zu diskutieren.
Wie auch immer das Ergebnis aussieht: Mit der schriftlichen Bestätigung der Clearingstelle auf dem Nachttisch wird man im Fall einer Prüfung sicher besser schlafen…

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