Überbrückungshilfe III

Überbrückungshilfe III

Phase III – Fördermonate November 2020 bis Juni 2021

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) haben die Überbrückungshilfe III noch einmal vereinfacht und auch aufgestockt. Hier finden Sie eine grobe Übersicht über die Beschlüsse und Möglichkeiten.

Inhalt der Überbrückungshilfe III: 

  • Unternehmen können Fixkostenzuschüsse für Monate im Zeitraum November 2020 bis Juni 2021 mit Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent im betreffenden Monat beantragen.
  • Der Förderhöchstbetrag beträgt nun 1,5 Millionen Euro/Monat, maximal 10 Millionen Euro für den gesamten Zeitraum.
  • Grundsätzlich werden Fixkosten anteilig erstattet. Dazu gehören auch Renovierungsarbeiten- und Umbaumaßnahmen oder Modernisierungsmaßnahen bis zu 20.000 Euro/Monat, wenn sie der Umsetzung von Hygienekonzepten dienen. Die Erstattung kann rückwirkend bis März 2020 beantragt werden und gilt bis Juni 2021.
  • Außerdem werden Investitionen in die Digitalisierung einmalig mit bis zu 20.000,- Euro gefördert. Das kann der Aufbau eines Online-Shops, Eintrittskosten in Plattformen oder die Digitalisierung von internen oder externen Prozessen betreffen. Auch diese Erstattung gilt von März 2020 bis Juni 2021.
  • Die Reisebranche, Kultur- und Veranstaltungsbetriebe, der (stationäre) Einzelhandel und Unternehmen, die mit Pyrotechnik handeln, werden mit besonderen Abschreibungsmöglichkeiten und entsprechender Förderung berücksichtigt.

Wer ist antragsberechtigt?

  • Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro im Jahr 2020
  • gemeinnützige Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen. 
  • Soloselbständige
  • Freiberufler

Voraussetzung sind Umsatzrückgänge von mind. 30% für den jeweiligen Monat, für den der Antrag gestellt wird, im Vergleich zum gleichen Monat in 2019.

Unternehmen, die bereits eine November- oder Dezemberhilfe erhalten haben, können  für diese beiden Monate keinen Fixkostenzuschuss mehr beantragen.

Es gibt grundsätzlich 2 Fördermodelle:

  1. Kleinbeihilfen-Regelung/De-minimis-Verordnung
    Hier müssen keine Verluste nachgewiesen werden - der Umsatzrückgang reicht bereits aus. Es werden allerdings KFW-Kredite in die Beihilfehöhe eingerechnet.
    Die maximale Förderhöhe von 2 Millionen Euro setzen sich aus der Kleinbeihilfe von bis zu 1,8 Millionen Euro und der de-Minimis Beihilfe von bis zu 200.000,- Euro zusammen.
  2. Bundesregelung Fixkostenhilfe
    Abgesehen vom allgemeinem Umsatzrückgang müssen für die Förderung auch ungedeckte Fixkosten sowie Verluste in den betreffenden Monaten nachgewiesen werden.
    Die Fixkostenhilfe ist auf 10 Millionen Euro insgesamt und 1,5 Millionen Euro/Monat begrenzt.
    Vor Beantragung der Fixkostenhilfe sollte die Kleinbeihilfe bereits ausgeschöpft sein.

Förderkonditionen: 

Gefördert werden folgende Fixkosten:

  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten oder andere Mietkosten wie z.B. Kfz-Leasing, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen.
  •  Zinsaufwendungen für betriebliche Kredite und Darlehen
  • Finanzierungskostenanteile von Leasingraten 
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV 
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen (z.B. die Schulung von Mitarbeitern wg. Hygienemaßnahmen, Zählgeräte, Heizpilze, Zelte, Pavillons, Mobiliar, Genehmigungen für den Außenbereich, Desinfektionsmittel)
  • Grundsteuern 
  • Betriebliche Lizenzgebühren 
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben 

Alle bis hierhin aufgeführten Kosten müssen vor dem 01. Januar 2021 begründet worden und im Förderzeitraum zur Zahlung fällig sein. Investitionen oder Verträge, die ab Januar 2021 entstanden sind, sind nur dann förderfähig, wenn sie der Kostensenkung führen oder betrieblich notwendige Folgeverträge sind.

Unabhängig davon werden außerdem gefördert:

  • Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen 
  • Kosten für Auszubildende 
  • Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht zu 100% von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 % der Fixkosten gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.

Etwas abseits der Fixkostenerstattung und der Bezuschussung kollateraler Kosten stehen 3 weitere beachtenswerte Förderpunkte:

  • Marketingausgaben werden entsprechend der Ausgaben in 2019 bezuschusst.
  • Maßnahmen, die der Digitalisierung dienen, werden mit einmalig bis zu 20.000,- Euro gefördert. Das kann ein Webshop, der Einkauf in Vermarktungsportale oder die Digitalisierung von internen oder externen Prozessen sein. Die Förderung gilt, auch rückwirkend, von März 2020 bis Juni 2021.
  • Bauliche Maßnahmen, die der Hygiene dienen, werden mit bis zu 20.000,- Euro/Monat gefördert. Auch hier gilt der Wirkungszeitraum März 2020 bis Juni 2021.

Wie hoch ist die Erstattung?

Umsatzrückgang

30 - 50%
50 - 70%
70 - 100%

Erstattung der Fixkosten

40%
60%
90%

Die Erstattungshöhe ist auf 1,5 Millionen Euro/Monat und 10 Millionen Euro insgesamt begrenzt.

Private Ausgaben oder Belastungen sind natürlich von der Förderung ausgenommen.

Sonderregelungen und Abschreibungen

  • Reisebüros und Reiseveranstalter, Kultur- und Veranstaltungswirtschaft, Einzelhandel, Pyrotechnikbranche und Soloselbständige werden noch einmal gesondert berücksichtigt. Hier sollte ein Gespräch mit dem Steuerberater geführt werden, um Förderpunkte im Detail zu besprechen.