Überbrückungshilfe III

Überbrückungshilfe III

Grundsätzlich ist die Überbrückungshilfe III wie ihre beiden Vorgänger I & II als unbürokratische und nicht rückzahlbare Hilfe gedacht. Die Überbrückungshilfe III gilt von Anfang Januar bis Ende Juni, also für die erste Jahreshilfe.

Neu ist die Neustarthilfe für Soloselbstständige, z.B. Künstler:innen. Wir haben diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet .

Diese jüngste Überbrückungshilfe reicht weiter als Ihr Vorgänger. Die Kosten für das neue Paket werden mit 11,2 Milliarden Euro geschätzt.

Wer ist antragsberechtigt?

  • Unternehmen, Soloselbstständige, selbstständige Angehörige freier Berufe
  • mit einem Jahresumsatz von 50tsd € bis 500 Mio Euro
  • mit Umsatzrückgängen von mind. 30% gegenüber den Umsätzen des entsprechenden Monats in 2019 (bisher 40%)

oder

  • Unternehmen, die von Schließungen direkt oder indirekt betroffen sind

Für alle gilt: Fördermittel gibt es nur für Monate, die mit einem Verlust abgeschlossen werden.
Innerhalb dieser Grundvoraussetzung kann es ggf. noch Unklarheiten geben, weil noch nicht eindeutig geklärt ist, ob die Höhe des Verlustes ebenfalls einen Einfluss auf Hilfen hat, z.B. für die Sonderregelung für Restaurants und Hotels.

Erstattungen bei Umsatzrückgang

Was wird erstattet?

Grundsätzlich gilt die Erstattung den Fixkosten des Unternehmens oder der Selbstständigkeit.

Zu Fixkosten zählen:

  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten oder andere Mietkosten die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. 
  • Finanzierungskostenanteile von Leasingraten 
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV 
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen 
  • Grundsteuern 
  • Betriebliche Lizenzgebühren 
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben 

Alle bis hierhin aufgeführten Kosten müssen vor März 2020 bereits Bestand gehabt haben. Investitonen oder Verträge, die ab März 2020 entstanden sind, sind nicht förderfähig.

Unabhängig davon werden außerdem gefördert:

  • Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen 
  • Kosten für Auszubildende 
  • Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 Prozent der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig. 

Wie hoch ist die Erstattung?

Umsatzrückgang

30 - 50%
50 - 70%
70 - 100%

Erstattung der Fixkosten

40%
60%
90%

Die Erstattungshöhe ist auf 200.000,- €/Monat begrenzt, wird aber in der Überbrückungshilfe III in besonderen Fällen auf 500.000,- €/Monat erweitert.

Private Ausgaben oder Belastungen sind natürlich von der Förderung ausgenommen.

Erstattungen bei Schließungen

Die seit dem 13. Dezember aktiven Schließungen betreffen insbesondere den Einzelhandel. Jedes Unternehmen, das direkt oder im Rahmen eines durch die direkte Abhängigkeit auch indirekt betroffene Unternehmen, kann mit einem Höchstbetrag von 500.000,- €/Monat gefördert werden. Hier sollen Abschlagszahlungen von max. 50.000,- € ermöglicht werden.

Sonderleistungen für Reisebüros

Ähnlich Restaurants leiden auch Reisebüros stärker unter der Pandemie. Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben, werden wie die oben aufgeführten Fixkosten gewertet.