Überbrückungshilfe I

Der Einfluss der Pandemie auf Unternehmen variiert. Damit unsere Wirtschaft als Ganzes funktioniert, müssen ihre Bestandteile ihren Beitrag leisten. Das geht nur, wenn alle, oder zumindest eine mehrheitlich Menge an Unternehmen, funktionieren. Schon die erste Überbrückungshilfe diente dem Ziel, Unternehmen durch Umsatzrückgänge und schwierige Arbeitsbedingungen zu helfen.

Leider war die erste Überbrückungshilfe in der Eile nicht gegen Missbrauch geschützt und so ist im Rahmen dieser Hilfen ein offensichtlich nicht unerheblicher Kollateralschaden entstanden.

Die neue Überbrückungshilfe muss durch Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer beantragt und der Bedarf sorgfältiger nachgewiesen werden. Es liegt nahe, dass das aus den Erfahrungen der ersten Überbrückungshilfe resultiert.

Wer ist berechtigt?

Unternehmen und Organisationen - auch gemeinnützige, die in den Monaten April & Mai 2020 wegen der Auswirkungen der Pandemie mindestens 60% unter dem Vorjahresergebnis geblieben sind und bis Ende des Jahres 2019 nicht in finanzieller Not waren, sind grundsätzlich förderfähig. Dazu gehören auch Soloselbstständige und Selbstständige in freien Berufen.

Ausgeschlossen sind Unternehmen, die bereits durch Wirtschaftsstabilisierungsfonds unterstützt werden.

Was wird gefördert?

Allgemein gilt die Förderung für Positionen, die unabhängig von Umsätzen den Haushalt des Unternehmens belasten.

Im Besonderen sind das:

  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. (Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig.)
  • Zinsen für Kredite und Darlehen
  • Leasingraten (Finanzierungskostenanteil)
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung (z.B. EDV, Maschinen, Geräte…)
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Grundsteuern
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  • Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen
  • Kosten für Auszubildende

Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 Prozent der Fixkosten gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.

Reisebüros
Um der besonderen Betroffenheit der Reisebüros angemessen Rechnung zu tragen, werden auch Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben, wie Fixkosten betrachtet.

Wie wird die Überbrückungshilfe beantragt?

Das Antragsverfahren muss durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer durchgeführt und über eine digitale Schnittstelle direkt an die zuständigen Stellen der Länder übermittelt werden. Wir haben die entsprechenden Schnittstellen und können ab sofort diese Anträge stellen.

Die Anträge enthalten:

  • Eine Umsatzbetrachtung für April und Mai 2019/2020 und eine Umsatzprognose für den beantragten Förderzeitraum (z.B. Juni - August)
  • Eine Abschätzung der voraussichtlichen Fixkosten, die zur Erstattung anstehen.

Sobald entsprechende Unterlagen und Bilanzen vorliegen, müssen die Angaben und Prognosen aus dem Antrag bestätigt werden. Zu viel beantragte Gelder müssen dann zurück gezahlt werden.

Insgesamt ist das Verfahren zu begrüßen. Es erhöht die Verlässlichkeit eines Antrags, während es gleichzeitig den Missbrauch wirksam verhindert oder zumindest begrenzt.

Kosten der Antragstellung

Die Beantragung ist zusätzlicher Aufwand, den wir in Rechnung stellen müssen. Allerdings sind im Fall eines erfolgreichen Antrags diese Kosten im Förderantrag enthalten (siehe: Kosten für Steuerberater).

Unternehmensgröße nach Mitarbeitern
0-5 MA
6-10 MA
11-24 MA
ab 25 MA
Antragmöglichkeit prüfen
100,- €
100,- €
100,- €
100,- €
Umsatzübersicht & Prognose, Antrag stellen
350,- €*
400,- €*
500,- €*
700,- €*
Kosten bescheinigen und einreichen
500,- €*
750,- €*
1.250,- €*
2.250,- €*

* gilt für Mandanten mit Buchhaltungsvertrag. Für selbstbuchende Mandanten und Nichtmandanten können höhere Kosten entstehen.
Alle Preise gelten zzgl. gesetzl. Ust..

Rufen Sie bitte Ihren Berater an, um eine Prüfung zu beantragen. Sollte die Prüfung positiv ausfallen, stellen wir automatisch einen Antrag.