Corona-Kurzarbeitergeld

Allgemeine Informationen

Lieferengpässe, die im Zusammenhang mit dem Corona-Virus entstehen, oder behördliche Betriebsschließungen mit der Folge, dass Unternehmen ihre Produktion einschränken oder einstellen müssen, können zu einem Anspruch auf Kurzarbeitergeld für die vom Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten führen.

Die Bundesregierung hat die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld erleichtert

  • Es reicht, wenn 10 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen kann. Bisher musste mindestens ein Drittel der Beschäftigten betroffen sein.
  • Sozialversicherungsbeiträge werden bei Kurzarbeit von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet.
  • NEU Zuschüsse des Arbeitgebers, eine sog. Aufstockung, sind nun nicht nur sozialversicherungsabgabenfrei, sondern auch steuerfrei. Arbeitgeberzuschüsse dienen dem freiwilligen Ausgleich des Nettolohns, der durch das Kurzarbeitergeld nur anteilig ausgeglichen wird. Es gibt Grenzen bei der Aufstockung, auf die wir ggf. hinweisen.
  • Kurzarbeitergeld ist auch für Beschäftigte in Zeitarbeit möglich.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Ein Hinzuverdienst wird nicht angerechnet.

Diese Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten und auch rückwirkend ausgezahlt.

Schrittweise Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Die Parteien haben sich auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes geeinigt. Danach wird das Kurzarbeitergeld bei mind. 50% Arbeitsausfall nach

  • 3 Monaten auf 70% (77% mit Kind) 
  • 6 Monaten auf 80% (87% mit Kind)

erhöht.

Kurzarbeitergeld im Krankheitsfall

Im Krankheitsfall hat der Arbeitnehmer grundsätzlich denselben Anspruch auf Kurzarbeitergeld wie bei normaler Arbeitsfähigkeit. Das bedeutet allerdings, dass auch hier nur der im Rahmen des Kurzarbeitergeldes vorgesehene Anteil des Nettolohns ausgezahlt wird.

Anders ist die Situation, wenn die Krankheit schon vor Beginn der Kurzarbeit begonnen hat. Hier gelten die üblichen Regelungen für den Krankheitsfall, der von einer 6-wöchigen Lohnfortzahlung ausgeht.

Wichtig:

Die Kurzarbeit muss bei der zuständigen Agentur für Arbeit angezeigt werden. Das kann u.A. online erfolgen. Dazu ist eine Registrierung auf der Website der Bundesagentur für Arbeit (BA) notwendig:https://anmeldung.arbeitsagentur.de/portal

Ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergelds vorliegen, prüft die zuständige Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Kurzarbeitergeld kann für eine Dauer von bis zu zwölf Monaten bewilligt werden. Es wird in derselben Höhe wie Arbeitslosengeld bezahlt. Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent der Differenz zwischen dem pauschalierten Nettoentgelt, das ohne Arbeitsausfall gezahlt worden wäre, und dem pauschaliertem Nettoentgelt aus dem tatsächlich erhaltenen Arbeitsentgelt. Es beträgt 67 Prozent, wenn mindestens ein Kind mit im Haushalt lebt.

Tabellen zur Berechnung des KUG:

Weitere Links zu Corona-Sonderregelungen:  

Darüber hinaus stehen die Agenturen für Anfragen unter der Nummer der Servicehotline für Arbeitgeber unter 0800 45555 20 zur Verfügung.