Sonderfall in der 1% Regelung für KFZ

12. May 2017

1% Regelung Plus

Es gibt Fahrzeuge, deren funktionelle Besonderheiten eine private Nutzung glaubwürdig ausschließen. Reinigungsfahrzeuge zum Beispiel oder Krankenwagen. Gewöhnliche Firmenfahrzeuge jedoch werden fast zwangsläufig gemischt genutzt. Das liegt schon daran, dass Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz grundsätzlich als privat deklariert werden und die meisten Firmenfahrzeuge vom Mitarbeiter mit nach Hause genommen werden. Selbstständige haben ohnehin kaum eine Chance, einem Prüfer zu vermitteln, sie würden ihren Firmenwagen nicht auch privat nutzen.
Weil Fahrtenbücher zu führen nicht Jedermanns Sache ist, gibt es die berühmte 1% Regelung. Sie ist, so glauben wir, hinlänglich bekannt. Im Watchdog sind wir schon recht ausführlich darauf eingegangen. Zur Auffrischung sei sie kurz zusammengefasst: 1% des Fahrzeugneuwertes werden monatlich zusätzlich zum Lohn privat versteuert und verbeitragt. Dafür können dann alle KFZ-Kosten als Firmenausgaben betrachtet werden. Diese Regel ist einfach und abgesehen vom Fahrtenbuch in der Praxis die einzige vom Finanzamt ohne Murren akzeptierte Regelung.
Was aber, wenn interne organisatorische Vereinbarungen der 1%-Regel entgegenstehen, der Fahrzeugnutzer sich aber mit dem Führen eines Fahrtenbuches so gar nicht anfreunden kann? Das wäre der Fall, wenn der Arbeitgeber zwar das Fahrzeug zur Verfügung stellt, der Arbeitnehmer aber alle Kraftstoffkosten trägt. Eigentlich ist der Fall klar. Der Arbeitnehmer kann mit der 1%-Versteuerung alle weiteren Fahrzeugkosten als Firmenkosten bewerten. Die von ihm übernommenen Kraftstoffkosten können also vom zu versteuernden Lohn – vorteilmindernd, wie es heißt – abgezogen werden.
Finanzämter sind keine großen Fans solcher Besonderheiten und haben in einem solchen Fall erst durch das Anrufen des Finanzgerichts eingelenkt.
Eine andere Situation, wenn auch ohne den Bezug zur 1%-Regel, ist ein zu hoch angesetztes Nutzungsentgelt. Hier stellt sich die Frage, ob der Mehraufwand von der Steuer abgezogen werden kann. Natürlich geht das nicht, denn das Nutzungsentgelt wurde ja bereits vom Lohn abgezogen und wird daher ohnehin nicht versteuert. Stattdessen scheint hier aber eine Anpassung der internen Vereinbarung sinnvoll.

Manchmal ist es nicht ganz einfach das FA von der beruflichen Nutzung zu überzeugen. Aber wenn das gelingt: 1% ≈ 17,13 €/Monat (der Citroen 15 CV kostete neu ab 3.350,- Mark = 1.713,- €)

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