Auszahlung aus der Lebensversicherung

06. September 2017

Aus weniger wird mehr

Renten- oder Lebensversicherungen werden mit einer garantierten Mindestrendite abgeschlossen. In der Regel wird dem Versicherten aber die Chance oder sogar Wahrscheinlichkeit auf eine deutlich höhere Rendite als das garantierte Minimum versprochen. Vermutlich wird die Mehrheit damit die in Wirklichkeit erwirtschaftete Rendite assoziieren. Versicherungen wiederum neigen eher dazu, dabei an massive Gewinne und größtmögliche Zurückhaltung bei den Auszahlungen zu denken.
Policen, mit einer Mindestrendite von 4,5 % für die selten 8% ausgezahlt werden, konnten in Wirklichkeit zeitweise bis zu 40% erwirtschaften, was eine dramatische Divergenz zur Auszahlung ergibt. Das gilt allerdings nicht mehr für die aktuelle Zinsentwicklung, die den Lebensversicherungen das Geschäft verhagelt. Je nach Vertrag kann man sich nun entweder freuen, dass man eine gute Rendite versprochen bekam, die kaum einzuhalten, aber ja zugesichert wurde, oder ärgern, weil ein bereits alter Vertrag gute Renditen erwirtschaftet hat, die nun in der Stagnation der Zinsen verloren geht. Wie immer die Situation ist: Kündigen, um das Geld anders anzulegen, ist keine Option. Aber es gibt in Verbindung mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen und einer zunehmend restriktiven Rechtsprechung für Versicherte eine Chance auf bessere Auszahlungen in Form einer Rückzahlung. Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen eröffnen die Option auf Rückabwicklung des Versicherungsvertrages. In dem Fall muss die Versicherung natürlich auch die erwirtschafteten Gewinne zurückgeben.
Betroffen sein können Policen für Lebens- oder Rentenversicherungen aus den Jahren 1995 – 2007.
Es ist auch egal, ob schon Auszahlungen empfangen wurden oder noch ausstehen. Allein die fehlerhafte Widerrufsbelehrung ist der Grund für die Möglichkeit der Auflösung des Vertrages, egal zu welchem Zeitpunkt.
Fachanwälte prüfen die Verträge in der Regel kostenlos und geben Auskunft über die Chance auf eine Rückabwicklung.
Machen wir jetzt noch einen kleinen Abstecher in eine andere Versicherungswelt, schaffen wir es sogar, dass der Anwalt von einer Versicherung bezahlt wird. Denn: Der Schadenfall für die Rückabwicklung tritt erst in der Zukunft ein, nämlich dann, wenn die Versicherung die Forderung nach einer Rückabwicklung ablehnt. Deswegen ist es möglich schnell noch vorab eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, die in diesem nicht unwahrscheinlichen Schadensfall einspringt. Ja, das ist einen kleinen Applaus wert und trotzdem, bevor Sie aus dem Zimmer stürmen um den Karton mit den Verträgen und Policen von damals zu durchforsten: Es sind nur ca. 60% der Verträge, die betroffen sind. Viele sind durchaus korrekt abgeschlossen worden.
Das ist gar kein steuerliches Thema, schien uns aber wegen seiner Reichweite erwähnens- und unterstützenswert zu sein, und: Auf Wunsch leiten wir eine anonymisierte Kopie Ihrer Police weiter und teilen Ihnen nach Prüfung das Ergebnis mit. Danach steht es Ihnen frei, den Dienst der zuständigen Kanzlei in Anspruch zu nehmen.

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