Trinkgeld

18. October 2016

Die Steuerfrage für das Dankeschön

Tip oder, wie es im Steuerrecht heißt: Trinkgeld ist ein Sonderfall in der steuerlichen Bewertung.
Von Seiten des Trinkgeldgebers stellt sich die Frage nach der Abzugsfähigkeit als Betriebsausgabe. Sie kann abgezogen werden, wenn ein Beleg über die Höhe vorliegt. Das kann durch entsprechende Erwähnung auf der Quittung passieren oder handschriftlich auf dem Bewirtungsbeleg.
Was die Höhe des angegebenen Trinkgelds betrifft: Sie sollte in der Höhe glaubwürdig und vor allem wahrheitsgemäß sein. Das verlangt nicht nur das ganz persönliche Karma, es betrifft auch die Steuererklärung des Empfängers, den man mit falschen Angaben andernfalls schädigen könnte.
Der Trinkgeldempfänger wiederum mag die ethische Frage stellen, ob der Staat von persönlichen Zuwendungen seines Kunden profitieren sollte. Interessanterweise, und obwohl ein Staat sicher kein Karma hat, das sonst beschädigt würde, beantwortet der diese Frage mit „nein“. Das ist erfreulich. Aber es gibt Einschränkungen:
So darf der Tip nicht Bestandteil des Lohns sein. Auch muss er direkt vom Kunden an den Angestellten übergeben werden und der darf wiederum diesen Tip nicht in eine Kasse legen, aus der dann die Inhalte geteilt werden – insbesondere nicht mit dem Firmeninhaber.
Bekommt dieser nämlich selbst das Trinkgeld, wird es Bestandteil seines Umsatzes und muss sowohl im Ertrag als auch mit Umsatzsteuer versteuert werden.
Je nach Branche kann es hier zur Schätzung kommen, falls die Angaben unglaubwürdig erscheinen.
In einem Restaurant kann man z.B. davon ausgehen, dass nicht jeder Gast notwendigerweise einen Beleg für sein Trinkgeld verlangt. Für privat speisende Gäste gibt es dafür ohnehin keinen Grund.
Arbeitet der Inhaber eines Restaurants aber auch im Service, dann geht das Finanzamt grundsätzlich davon aus, dass er auch Trinkgeld bekommt. Liegt die angegebene Höhe seiner Trinkgelder deutlich unter dem Durchschnitt oder gibt er sogar an, gar kein Trinkgeld zu bekommen, dann neigt das Finanzamt dazu, selbst ausgedachte Zahlen einzusetzen. Diese sind regelmäßig weniger günstig als die wahren Zahlen.
Natürlich kann, falls Trinkgeld grundsätzlich vom Inhaber abgelehnt wird, auch keine Steuer dafür erhoben werden. Dafür ist es aber unbedingt sinnvoll, entsprechende Belege zu beschaffen, die das Ausbleiben von Trinkgeld für den Chef erklären.

Wir konnten leider nicht recherchieren, woher der Terminus „Trinkgeld“ stammt. Also haben wir unsere eigene Interpretation improvisiert.

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