Kassensysteme bekommen weitere Regeln

16. December 2016

Oh no, not again the Klingones!

Das sagt Captain Kirk als Klappergreis mit Gehstock in dem bei den Simpsons gezeigten Kinofilm StarTrek 16, als die Klingonen wieder einmal gegen die Föderation zum Kampf um eine Menge luftleeren Raum antreten.
Ähnlich zyklisch wie die klingonischen Offensiven wiederholt sich auch das Thema Kassensysteme. In der virtuell 16. Auflage neuer Maßnahmen versucht der Staat dem Erfindungsreichtum von Ladenkassenbesitzern Technik und Strafen entgegenzusetzen.
Dabei nimmt sich das Finanzamt schon jetzt viel heraus, um Steuerhinterziehung zu verhindern. Einiges davon ist jenseits des Erträglichen für diejenigen, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen.
Der Grund liegt auf der Hand: In einer Gemeinschaft, die sicher mehrheitlich compliant ist, gibt es wegen der verbleibenden Ausnahmen immer noch zu viel Steuerbetrug. Immer wieder im Fokus ist die Gastronomie. Helfer bei der Vermeidung von Steuern sind allerhand schlaue Tricks und Softwarepakete, die die Kassenfunktion verändern. Beides ist zwar leicht aufzudecken, aber die schiere Masse der Fälle wohl mühsam abzuarbeiten. Die Strafe für Manipulationen an der Kasse ist, neben der möglichen Strafanzeige, die Schätzung. Hier ist nicht mit Wohlwollen zu rechnen. Eine Schätzung kann in besonderen Fällen schon mal die Existenz des Unternehmens kosten.
Die neuen Maßnahmen sind ein weiterer Versuch der Ausbreitung des Klingonischen Reichs, Entschuldigung, des Steuerbetrugs einzudämmen.
Dazu soll die Einzelaufzeichnungspflicht in das Gesetz aufgenommen werden. Auch der Grundsatz, dass Kasseneinnahmen täglich aufzuzeichnen sind, wird gesetzlich festgeschrieben. Außerdem müssen Daten manipulations- und verlustsicher aufbewahrt werden. Dieser Punkt ist durchaus ernst zu nehmen. Ein abgebranntes oder ausgeraubtes Haus ist für das Finanzamt keine Rechtfertigung für den Verlust von Daten.

Immerhin bleibt das Konzept technologieoffen. Das ist wahrscheinlich eine gute Entscheidung. Staatliche Technologieentwicklungen sind im Allgemeinen nicht für ihre Fortschrittlichkeit bekannt. Also beschränkt man sich auf die Zertifizierung von Entwicklungen verschiedener Anbieter.

Mehr zum Thema finden Sie unter:
dassteuerhaus.de/kasse

Der Bundesrat hat bereits angemerkt, dass ihm diese Maßnahmen noch nicht weit genug gehen. Wir dürfen uns also auf eine weitere Runde zum Thema vorbereiten.
Hoffen wir nur, dass wir nicht auch noch den Borg begegnen…

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