Gehaltsverzicht als Arbeitslohn in einer GmbH

18. October 2016

Die GmbH und ihre Tücken

Anders als Inhaber von Personengesellschaften sind Inhaber einer GmbH weitgehend gegen Schäden aus Ansprüchen Dritter geschützt. Dafür müssen sie auf Flexibilität verzichten. Im Rahmen einer Schwächeperiode darf der Geschäftsführer nicht einfach eine 0-Diät einlegen, damit er auf seinen Lohn verzichten kann. Nicht nur, dass das innerhalb der Gesellschaft formell gestattet werden muss, es können auch steuerliche Gründe dagegen sprechen. Nicht zuletzt muss übrigens bei finanziellen Engpässen ein Auge auf die Möglichkeit einer bilanziellen Überschuldung geworfen werden (siehe Watchdog 1|2016).
Was aber, wenn der Gehaltsverzicht des Geschäftsführers den Tropfen Treibstoff spart, der die Talfahrt abzufangen in der Lage ist, um danach mit rosigen Wangen wieder aufzusteigen?
Vorausgesetzt in der GmbH wurde eine entsprechende Vereinbarung getroffen, die dem Geschäftsführer einen Gehaltsverzicht gestattet, wäre da immer noch das Finanzamt, das im Weg stehen könnte.
In einem aktuellen Fall hat das Finanzamt den in der Lohnsteuerkarte ausgewiesenen Lohn zugrunde gelegt, obwohl der Geschäftsführer 4 Monate lang auf sein Gehalt verzichtet hat. Dieser hat daraufhin geklagt und das Finanzgericht gab ihm Recht. Das entspricht sicher einer gesunden Einstellung zum Sinn von Steuern. Aber dieses Urteil kann nicht so einfach auf ähnliche Situationen übertragen werden. Es muss im Einzelfall die Konstellation der GmbH und des Geschäftsführers geprüft werden, um die Rechtslage einzuschätzen.
Entscheidend ist die Frage, wann der Lohnverzicht beschlossen wird. Passiert das, bevor die für die Lohnzahlung zu leistende Arbeit begonnen hat, dann wird das Ausbleiben der Lohnzahlung nicht mehr als Einlage in die Firma betrachtet. Auch wäre es keine sog. verdeckte Einlage, weil die nur in Form von Sachwerten existiert.
Letztlich muss folgende Frage gestellt werden:
Würde der Lohnverzicht in die Bilanz eingestellt werden müssen, wenn zum Zeitpunkt des Lohnverzichts eine Bilanz erstellt werden würde. Ist das nicht der Fall, dann entsteht auch kein Steuernachteil bei der Einkommensteuer.
Im Idealfall sollte eine Periode des Lohnverzichts vorab entsprechend angemeldet werden, um späterem Ärger aus dem Weg zu gehen.

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