Elektromobilitätsförderung

16. December 2016

Erst laden, dann starten

Die Elektromobilität steckt mitten drin im Henne-Ei-Paradoxon. Nun wissen wir, dass die Henne ehemals keine Henne sondern ein Archaeopteryx war, der nach einer langen Winterpause mit reichlich Gefieder und massiv geschrumpft aus den abschmelzenden Gletschern stieg. Einzig die wenig liebliche Stimme blieb unverändert. Eier hat er schon immer gelegt und was zuerst da war ist egal, weil es einfach so verdammt lang her ist.
Die Elektromobilität aber ist jetzt. Und sie kann sich nicht entscheiden, was sie zuerst braucht: Die Ladestation oder das Auto.
Auch Regierungsvertreter scheinen hier zu straucheln, obwohl es vielleicht gar nicht so schwer ist, das Paradoxon anhand von Notwendigkeiten zu klären. Zwei einfache Fragen:
1. Kann eine Ladestation ohne Elektroauto herumstehen?
2. Kann ein Elektroauto ohne Ladestation fahren?
ergeben eine verblüffend einfache Lösung. Wir brauchen erst Ladestationen, bevor wir unsere geliebten Archaeopteryxe gegen Elektrohühner eintauschen können.
Da geht es gar nicht um’s Wollen, sondern um die schlichte Frage nach der Machbarkeit oder mit anderen Worten: Der Strom macht die Musik. Bei der Bundesregierung teilt man diese Einschätzung nicht, denn das sind die Maßnahmen:
1. Eine umfängliche Steuerbefreiung von Elektrofahrzeugen – auch rückwirkend für dieses Jahr – für 10 stolze Jahre. Die meisten Autos leben nicht einmal so lange. Diese Regelung soll für alle bis 2020 zugelassenen Fahrzeuge gelten.
2. Ein umfangreiches Sponsoring von 3.000,- € oder 4.000,- € bei Kauf eines Elektrofahrzeugs – abhängig vom Typ des Antriebs. Das Angebot gilt für die nächsten 150.000 bis 200.000 Fahrzeuge oder bis Mitte 2019, je nachdem was früher eintritt.
3. Ein Steuerbefreiungspaket für Lademöglichkeiten in Firmen oder für Ladestationen. Allerdings ist dieses Paket etwas zurückhaltender.
Die wichtigste Säule, weil sie nämlich die Voraussetzung für Elektromobilität zu bilden hat, wird immer nur sehr zögerlich gefördert. Sinnvoll wäre sicher eine ganz massive Unterstützung nicht nur steuerlich, sondern auch durch aktive Programmförderung. Vielleicht kommt das ja noch, Norwegen und Schweden allerdings sind damit schon im nächsten Jahrzehnt angekommen.

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