Umsatzbesteuerung von Saunabesuchen

03. December 2015

19% Celsius

Bis 2005 war die Nutzung der Sauna gesund und fiel unter die Umsatzbesteuerung von Heilbädern mit 7%. Der Bundesfinanzhof hat dann jedoch festgestellt, dass ein Saunabesuch wohl doch nicht so gesund sei, und verordnete dem Schwitzen eine Regelbesteuerung.
Dem Bundesfinanzministerium war das entweder nicht ganz geheuer oder es brauchte einfach seine Zeit, bis diese Entscheidung in die Praxis umgesetzt wurde. Nun ist es soweit, der Saunabesuch wird seit Mitte 2015 mit 19% besteuert.
Auch wenn der Deutsche Sauna Bund bereits den Ofen angeworfen hat, um Gegenmaßnahmen zu beraten, ist diese Entscheidung sicher zu verkraften.
Es gibt aber Saunen, die nicht in Saunabädern stehen, sondern im Tiefgeschoss von Hotels. Dort werden sie von fast 2% der Besucher sporadisch aufgesucht, wenn es sonst nun wirklich auch gar nichts besseres in der Umgebung zu unternehmen gibt. Bisher wurden die Kosten für die Sauna einfach im Übernachtungspaket mit abgerechnet, denn sowohl die Beherbergung als auch die Saunanutzung wurde bislang mit 7% versteuert.
Die neue Regelbesteuerung der Saunanutzung verhindert jedoch die gemeinsame Abrechnung. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Hotelrechnung immer dann die Sonderposition Sauna führen muss, wenn keine Kontrolle über den Saunabesuch möglich ist. Doch auch mit einer gezielten Abrechnung nur für Saunagäste sollten Hotels sich schwer tun, denn dann würde der Saunabesuch unverhältnismäßig teuer. Um einem naheliegenden Gedanken vorzubeugen: Das Hotel ist gehalten, die wahren Kosten des Saunabetriebs anteilig in die Rechnung einzubringen.
Das bedeutet, dass fast notwendigerweise jeder Gast seinen Teil für den Saunabetrieb leisten muss und diese Leistung separat ausgewiesen bekommt, ganz gleich ob er in die Sauna geht oder nicht. An dieser Stelle sei übrigens angemerkt, dass kaum eine Hotelsauna ernsthaft für den Besuch aller Hotelgäste ausgelegt ist. Es wäre ein rechtes Gedränge, was angesichts fehlender Kleidung lieber nicht die Assoziationsebene unserer Phantasie erreichen sollte.
„Wenn es so sein soll, dann muss der Hotelgast eben ein paar Euro mit 19% versteuern, was soll’s?“ könnte man sagen. Ist aber der Hotelgast Geschäftsreisender, dann kann sein Arbeitgeber zwar die Übernachtung steuerfrei erstatten, den Saunabesuch aber nicht. Den trägt der Geschäftsreisende privat, mit und ohne Saunabesuch. Nun wollen wir doch unsere Phantasie anstrengen, um sich die neue Lebhaftigkeit von Diskussionen beim Checkout vorzustellen.
10 Jahre Entwicklungszeit zur Umsetzung des Gesetzes hätten möglicherweise für diese Fälle eine Lösung oder wenigstens klare Definitionen ergeben können. Aber vielleicht ist das ja schon in Arbeit und wird nach Vollendung unseren Enkeln einen harmonischen Checkout bescheren.

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