Steuererleichterungen bei Elektroautos

03. December 2015

Twizzy, Tesla & Co.

Sie sind leise, beschleunigen überraschend heftig und können umweltfreundlich betrieben werden. Und doch ist der Durchbruch noch nicht so recht gelungen, die kritische Masse für eine Verkaufseskalation noch nicht erreicht.
Elektroautos sollen unsere mobile Zukunft sichern. Es sind jedoch Hürden zu meistern. Ein inoffizielles Statement eines Mia-Vertreters, dass „nach dem Kauf des Autos Ladestationen schon kommen werden“, regte uns zu der Frage an, ob die Batterie bis dahin ohne zu Laden durchhält. 
Ohne öffentliche Ladestationen ist ein Elektroauto für Stadtbewohner, die keine eigene Garage haben, so eine Sache. Wenn jeder abends mit einer Kabeltrommel von seiner Wohnung zu seinem Parkplatz unterwegs ist, mag der Begriff „Vernetzung“ schnell eine physische Komponente bekommen. 
Um das selbst gesteckte Ziel von einer Million zugelassenen Elektrofahrzeugen bis 2020 zu erreichen, bietet der Staat eine Reihe von Anreizen. Besonders phantasievoll sind die allerdings nicht und das Ziel ist dabei nicht ohne. Bislang sind gerade mal 12.000 Elektrofahrzeuge zugelassen. Aber wir wollen unseren Teil leisten und mit den staatlichen Gesetzentwürfen ordentlich die Kabeltrommel rühren:

  • Wenn der Arbeitgeber eine Lademöglichkeit zum kostenlosen Aufladen von privaten Elektrofahrzeugen der Mitarbeiter anbietet, so soll der geldwerte Vorteil daraus bis 2019 steuerfrei gewährt werden können.
  • Die Anschaffung von Ladevorrichtungen und Elektrofahrzeugen, wozu auch Hybridfahrzeuge zählen sollen, wird mit der Möglichkeit von Sonderabschreibungen belohnt.

Leider endet die Liste mit neuen Gesetzentwürfen hier schon wieder. Aber unter der Oberfläche schwelen noch weitere revolutionäre Gedanken, die der Bundesregierung zur Prüfung vorgelegt wurden. Vorgeschlagen wird…

  • auf Zweiräder, hierzulande als Motorräder bekannt, ggf. das Dienstwagenprivileg auszudehnen.
  • eine Umweltprämie, die, ähnlich der Abwrackprämie, einen Kaufzuschuss von bis zu 5000,- € gewährt.
  • irgendwelche, bisher unbekannte, Maßnahmen zur flächendeckenden Installation von Schnellladestationen zu prüfen.

Die Umweltprämie ist zwar wirklich nicht phantasievoll, aber sicher effizient. Ähnlich wie Freibier, das auch immer Wirkung zeigt, allerdings auch ‘ne Menge kostet.
Die Magie scheint trotzdem viel mehr in der nötigen Infrastruktur zu liegen, also in Ladestationen. Warum hier keine konkreten Maßnahmen benannt werden können, ist erst einmal unklar. Man müsste sie halt bauen. Das wäre ja schon mal eine Maßnahme.
Schon 2013 wurde der geldwerte Vorteil aus dem Teil des Elektroautos herausgerechnet, der diese Autos besonders teuer macht, der Batterie.
Auch die KFZ-Steuer wurde geändert. Sie wird bis 2020 erlassen werden.
2014 folgte noch eine 1%-Regelung, die die Batterie exkludiert. Hier gibt es eine Tabelle, die ersatzweise in Abhängigkeit der Kapazität der Batterie eingesetzt werden kann, falls der Einzelpreis nicht zu ermitteln ist. Ebenfalls zu Gunsten des Steuerzahlers verbessert ist die Berechnung von Fahrten zur Arbeit.
Nun legt die Regierung nach. Auch wenn das noch zögerlich passiert, scheint es ernst zu sein: Wir wollen elektromobil werden!
Wahrscheinlich wird der Trend auch ohne Steuer­erleichterungen voran schreiten. Bessere Akku-Technologien, die fast völlige Wartungsfreiheit der Fahrzeuge, der leise und sparsame Betrieb… Wäre Elektrizität in flüssiger Form vorhanden, wäre unsere Welt längst nur noch elektrisch unterwegs. Die Schwachstelle ist der Akku. Doch mit jedem Auto, das mit elektrischem Antrieb verkauft wird, steigt der Forschungsetat für moderne Elektroenergieträger.
Auch wenn der Weg lang ist, bis 2020 ist noch viel Zeit.
Und wer einmal ein modernes Elektrofahrzeug Probe gefahren hat, wird sicher irgendwann umsteigen.

Twizzy Steuerbefreiung
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