Kirchensteuer - neue Regelung

26. August 2015

Die Sache mit BOP

Kirchensteuer nicht anzumelden ist Steuerhinterziehung und wird auch als solche geahndet. Das ist einerseits skurril, denn die Kirchenzugehörigkeit ist freiwillig, andererseits verständlich, denn die freiwillige Zugehörigkeit ist an Pflichten gebunden.
Kirchensteuer wird unter anderem fällig, wenn eine Dividende aus Kapitalerträgen empfangen wird. Auf die ohnehin fällige Abgeltungsteuer von 25% werden noch einmal 8-9% Kirchensteuer erhoben.
Während die Abgeltungsteuer von den Kapitalgesellschaften zurückgehalten werden musste, konnte sich in der Vergangenheit der Leistungsempfänger – also derjenige, dem diese Gesellschaft die Dividende schuldet – frei entscheiden, ob er die Kirchensteuer auf diese Erträge in der eigenen Steuererklärung angibt oder der Kapitalgesellschaft diese Aufgabe überlässt. Wenig verwunderlich, dass unter dieser Freiheit die Kirchensteuereinnahmen gelitten haben, und ebensowenig wundert es, dass dieses Leiden zu einer Regelungsänderung geführt hat. Die seit Oktober 2014 geltende Gesetzeslage verpflichtet Kapitalgesellschaften auch die Kirchensteuer direkt abzuführen.
Das hört sich sinnvoll und vor allem einfach an. Nun muss nur noch die Religionszugehörigkeit der Leistungsempfänger ermittelt werden, was, ebenfalls per Gesetz, mit Hilfe einer Registrierung beim BOP (Bundeszentralamt für Steuern Online-Portal) zu erledigen ist. Wie üblich ist dieser Vorgang frei von modernen Aspekten digitaler Innovation. Hier die Eckpunkte des Vorgangs:
Benötigt wird ein Elster Zertifikat (haben wir) und die fachliche Zulassung zum Verfahren KiStAM (haben wir auch). Außerdem wird der Zugang zum BzStOnline-Portal benötigt. Der ist allerdings an eine individuelle eMail-Adresse gebunden, so dass wir gerade diesen Zugang nicht für Sie einrichten, sondern Sie nur dabei unterstützen können. Das GUI (Graphic User Interface) zur Registrierung beim BOP erinnert allerdings an die Schalttafeln aus einem Atomkraftwerk, was eine Unterstützung auch unbedingt sinnvoll macht.
Eigentlich wäre die Registrierung aller Kapitalgesellschaften beim BOP bis Oktober 2014 fällig gewesen, doch die benutzerfeindliche Gestaltung des Anmeldevorgangs zwingt die Behörden zur Nachsicht, und so reicht inoffiziell die Anmeldung vor Beginn einer Auszahlung von Dividenden.
Als Mandant vom Steuerhaus leiten wir Sie selbstverständlich durch die Wildwasser dieses Prozesses und erledigen danach auch die Kirchensteueranmeldung für Sie.

Die Beiträge ersetzen keine Steuerberatung oder ein persönliches Gespräch. Bitte beachten Sie, dass sich in Abhängigkeit des Datums der Veröffentlichung unserer Beiträge, Gesetze geändert haben können und so unsere Kommentare und Informationen bereits überholt sein können.

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