07. April 2015

Bargeschäfte

Es geht nicht um den Verkauf von Alkoholika über den Tresen, jedenfalls nicht ausschließlich. Nein, es geht um den Horror jedes Finanzamtsprüfers: Bargeld, das den Besitzer wechselt. Das ist ein Vorgang, den ihre Teilnehmer häufig nicht mit steuerlichen Verpflichtungen in Verbindung bringen und so wandert Geld unkontrolliert von hier nach da und dort und schon hat das Finanzamt völlig den Überblick verloren. Um Kontrolle über diese verwegenen Prozesse zu erhalten, wurden schon vor geraumer Zeit Gesetze erlassen, die den Funktionsumfang von elektronischen Kassen oder den Umfang von Kassenbüchern beschreiben. Auf Kassenbücher, die begleitend mit älteren Kassen geführt werden müssen, wollen wir hier gar nicht erst eingehen. Sie werden von Prüfern vermutlich ohnehin als Mekka des Betrugsversuchs wahrgenommen.

Aber selbst für elektronische Kassen gelten strenge Regeln. So muss der sogenannte Z-Bon, ein Summenbon, der das Tagesgeschäft protokolliert, immer zur selben Zeit gedruckt werden. Ein Z-Bon, der mal um 20.00 Uhr und mal um 22.00 Uhr ausgedruckt wird, obwohl Ladenschluss immer um 20.00 Uhr ist, ist fast schon ein Betrugsversuch.
Gleiches gilt für unprotokollierte Reparaturen, Programmierungen oder den Verlust der Bedienungsanleitung der Kasse.
Und ab sofort gelten zusätzlich verschärfte Bedingungen: Die elektronischen Daten müssen unkomprimiert gespeichert werden. Das Löschen von Informationen ist verboten. Außerdem muss protokolliert werden, welche Kasse zu welchen Zeiten an welchem Ort zum Einsatz kommt.

Besonders heikel und auch irgendwie paradox ist die Anforderung, verlorene Daten zu protokollieren, wofür man allerdings die verlorenen Daten braucht. Wir fragen uns, ob Daten denn wirklich verloren sind, wenn man sie vorlegen kann um zu zeigen, was verloren ging? Man könnte eigentlich sagen: Daten dürfen nicht verloren gehen, sonst sind sie leider… na ja, eben verloren.

Und was schließen wir aus dem Kassenkontrollzwang? Wenn eine Kellnerin oder ein Kellner nicht, wie es früher der Fall war, schnell mal eben eine Bestellung auf einen Zettel kritzelt – diverse Sonderwünsche inklusive – sondern stattdessen den Eindruck macht, mit einem Taschenrechner die Anflugdaten für eine Marslandefähre zu ermitteln, dann seien Sie nachsichtig. Das wurde vom Finanzamt verordnet.

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