26. February 2013

Zum Glück: Poker!

Ein ganz neues Konzept der Besteuerung ist das Besteuern von Pokergewinnen wohl nicht, aber ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes, das inzwischen von der Oberfinanzdirektion in einer Verfügung übernommen wurde, lässt ganz neue kreative Ansätze des Steuerabzugs entstehen.
Ausgangslage ist die Klage eines Pokerspielers, der zwar die Einnahmen aus Werbung und Medienauftritten zu versteuern bereit war, aber nicht seine Gewinne, weil Ergebnisse des Glücksspiels nun mal nicht versteuert werden müssen. Der Bundesfinanzhof hat daraufhin entschieden, dass Pokerergebnisse nicht die Folge von Koinzidenzen, sondern mathematischer und psychologischer Befähigungen sind, es folglich also kein Glücksspiel ist. Ergo muss der Gewinn versteuert werden. Dabei gilt als professioneller Spieler derjenige, der mindestens 2 Mal im Monat spielt und regelmäßig Gewinne erzielt.
Im Grunde kann man insofern zustimmen, dass ein Gewinn beim Pokern immer auch mit Strategie, schneller mathematischer Befähigung und Erfahrung zu tun hat. Ohne die richtigen Karten gewinnt man aber trotzdem nicht. Und wenn man die nicht durch Zufall oder Glück bekommt, kann das schnell zu Streitigkeiten mit den Mitspielern führen. Im wilden Westen wurde man einfach erschossen.
Der Unterschied zu anderen Geschäftszweigen besteht aber in einem ganz anderen Aspekt: Ein Bäcker zum Beispiel verkauft seine Brötchen und wenn man ordentliche Arbeit voraussetzt, kann man davon ausgehen, dass der Kunde, der die Brötchen kauft, diesen Kauf als Gewinn ansieht, so wie es auch der Bäcker tut, wenn er seine Brötchen verkauft. Wir beobachten also eine Win-Win Situation.
Die kann beim Pokern nicht entstehen. Es wäre wahrhaft magisch, wenn alle Pokerspieler eines Tisches am Ende mit dem Jackpot nach Hause gingen. Ohne sich den Pott zu teilen, versteht sich. Im Grunde gibt es immer ein Verlust-Äquivalent zum Gewinn in einer Runde. Mehr noch: Getränke, Croupier und die Sonnenbrille zum Verdecken emotionaler Ausbrüche und nun auch Steuern müssen bezahlt werden, also wird am Ende Geld verlustbehaftet neu verteilt, ohne dass etwas entsteht: Brötchen zum Beispiel. So gesehen sind Pokerspieler Geschäftsleute, vorausgesetzt, sie verlieren nicht nur. Eigentlich wären sie dann ja auch Geschäftsleute, nur eben sehr sehr schlechte, weswegen sie das Finanzamt sicher aus Scham über so viel Unvermögen nicht als solche erkennen möchte.
Wie jedem Geschäftsmann muss natürlich auch dem Pokerspieler zugestanden werden, dass er Verluste macht, die er dann selbstverständlich ebenfalls geltend machen können muss, nebst Reisekosten und anderer zweckgebundener Ausgaben.
Das bedeutet: Wenn Sie im nächsten Urlaub in die USA fahren, machen Sie einen Abstecher nach Las Vegas. So lassen sich der Flug und ein paar Tage Las Vegas bei der nächsten Steuererklärung geltend machen. Verluste – falls die Sonne Nevadas das Denken zu sehr verlangsamt hat – inklusive.

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