Verpflegungsmehraufwandspauschalen

27. December 2013

Kleine Posten, große Wirkung

Dankenswert sind Vereinfachungen, weil nunmal das Leben mehr Spaß macht und auch gleich besser läuft, wenn Organisatorisches schlank gehalten wird. So dürfen wir uns dieses Mal für die Vereinfachung der Einteilung von Verpflegungsmehraufwandspauschalen bedanken. Sie sind so einfach geworden, dass man sich die Regeln sogar im Kopf merken kann:
Für den Zeitraum normaler Arbeit gibt es keine Pauschale, was sinnvoll klingt. Ab der Abwesenheit von der regelmäßigen Arbeitsstätte für die Dauer eines vollen Tages, also 24 Stunden, gibt es 24,-€/Tag. Für alles darunter, sofern es 8 Stunden überschreitet, gibt es die Hälfte, macht 12,-€.

Diese Änderung ist Bestandteil der Änderung des Reisekostenrechts, das ab dem 1. Januar 2014 in Kraft tritt. Das geänderte Recht hat aber noch eine interessante Änderung im Gepäck, die man vielleicht am Besten anhand eine Beispiels erklären kann:
Wenn Sie ein Geschäft in Hamburg und eines in Lübeck haben, eine in Travemünde wohnende Mitarbeiterin in Hamburg anstellen, sie jedoch in Lübeck arbeitet, so gilt die Vertragssituation und definiert das Hamburger Firmengebäude als regelmäßige Arbeitsstätte. Das wiederum macht die Fahrt an den Lübecker Arbeitsplatz zur Dienstfahrt und ist – Hurra – vollständig als Werbungskosten vom Lohn abzuziehen1. Zur Erinnerung: Die Fahrt Wohn- und Arbeitsstätte kann jeweils nur in eine Richtung angerechnet werden. Außerdem gilt bei einem 8 Stunden Arbeitstag eine Abwesenheit von mehr als 8 Stunden und so wird für die ersten 3 Monate zusätzlich die Verpflegungsmehraufwandspauschale von 12,- €/Tag abziehbar. Danach fällt die zwar weg, wird jedoch wieder aktiviert nach einer Pause von mindestens 4 Wochen. Der Charakter der Dienstfahrt ist von der Dauer unabhängig.
Das klingt irgendwie nach Schummelei, oder? Dennoch ist es Gesetz. Ob sich vertragsrechtliche Konsequenzen ergeben können, bliebe zu klären. Und natürlich muss man Folgendes beachten: Wie immer, wenn Gesetzentwürfe die Kreativität der Steuerberater und Steuerzahler zu sehr entfacht, lässt sich erwarten, dass größerer finanzieller Schaden des Staates irgendwann durch eine geeignete Modifikation des Gesetzes abgewendet wird. Bis dahin aber hat dieses Gesetz Gültigkeit und auch wenn man sicher nicht gleich neue Fillialen gründen und Verträge ändern sollte, um etwas Steuern zu sparen, in gewissen Fällen kann sich ein geschickter Umgang mit diesem Gesetz sicher lohnen.

1 2 × 20km/Tag x 0,3 €/km x 20 Tage/Monat = 240 €/Monat

foodage.jpg
Die Beiträge ersetzen keine Steuerberatung oder ein persönliches Gespräch. Bitte beachten Sie, dass sich in Abhängigkeit des Datums der Veröffentlichung unserer Beiträge, Gesetze geändert haben können und so unsere Kommentare und Informationen bereits überholt sein können.

Kanzlei für Steuerberatung PartG mbB
info@dassteuerhaus.de

Segeberger Str. 1 · 23617 Stockelsdorf
Tel. 0451 - 7 99 26 - 0

Untere Straße 11 · 23968 Gägelow
Tel. 03841 -62 82 - 0