Umsatzbesteuerung bei Auslandslieferungen

18. September 2013

Ausgeliefert

Ware, die ins Ausland geliefert wird, enthält prinzipiell keine Umsatzsteuer. Die wird statt dessen im Empfängerland erhoben. Um in den Genuss dieser Umsatzsteuerbefreiung zu kommen, muss der Nachweis erbracht werden, dass die Ware auch angekommen ist, sonst könnte ja zum Beispiel ein Auto ohne Umsatzsteuer von einem Mittelsmann aus dem Ausland erstanden und im Inland umsatzsteuerbefreit weiterverkauft werden.
Das für den Nachweis vorgesehene Dokument ist die sog. Gelangensbestätigung. Sie wird vom Empfänger vor Ort unterschrieben und gilt als Quittung für die Lieferung ins Ausland.
Doch wie sieht es aus, wenn die Ware abgeholt wird? Schickt dann der Käufer nach Ankunft im Heimatort die Gelangensbestätigung – ausgefertigt in Deutsch, einer Sprache, derer er möglicherweise gar nicht mächtig ist – freundlicherweise zurück zum Verkäufer? Wäre dies eine Audiobroschüre würde man an dieser Stelle laut ein lang gezogenes und deutlich sarkastisch betontes: „Na klaaaar!“ vernehmen. Nein, darauf könnte man wohl lange warten. Und so mag man findig einwerfen: Dann lasse ich mir die Gelangensbestätigung einfach vorab ausfüllen. Aber das ist natürlich nicht erlaubt und schon sehen wir worauf es hinaus läuft. Die Gelangensbestätigung ist dann wertlos, wenn sie nicht glaubhaft ist.
Um beweisen zu können, dass die Ware auch den Zielort erreicht, ist eine selbst beauftragte Lieferung ein guter Weg. Hier gibt es einen Lieferschein, der durch eine 3. Partei ausgestellt wird und so die Glaubwürdigkeit unterstützt. Sollte jetzt die Ware im Inland nicht versteuert werden, ist das nicht mehr das Problem des Verkäufers.
Die Gelangensbestätigung ist neu, aber nicht zwingend. Für das Finanzamt zählt eine sinnvolle Dokumentation, die die Ankunft der Ware im Land des Käufers belegt. Zu empfehlen ist die Verwendung der Gelangensbestätigung aber dennoch, ebenso wie eine zusätzliche und beweiskräftige Bestätigung.

Übrigens:
Auslandsgeschäfte besser kontrollieren zu können, ist das Ziel der Gründung eines Internationalen Steuerzentrums. Es ist wahrscheinlich, dass z.B. eine in das Ausland gelieferte und dort nicht versteuerte Ware auffällig wird und eine Prüfung nach sich zieht. Eine fälschlicherweise ausgefüllte Gelangensbestätigung wäre dann hinfällig und die Umsatzsteuer nachträglich zu entrichten.

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