Outsourcing

09. October 2012

Kunde oder Chef?

Ein Bericht über eine große Supermarktkette hatte das Thema Werkverträge zum Inhalt. Das kritisch beleuchtete Dilemma ist der zunehmende Trend, Mitarbeiter durch Werkverträge zu ersetzen. Das Ziel ist, interne gewerkschaftlich vereinbarte oder Tarif-Löhne zu umgehen. Im kleineren Rahmen kennt man diese Systematik unter dem Begriff Scheinselbstständigkeit.
Die Dimensionen unterscheiden sich, die Thematik ist genau dieselbe: Wird ein Werkvertrag abgeschlossen, kann der Auftraggeber Sozialleistungen sparen. Meist geht das zu Lasten des Mitarbeiters. Der ist jetzt ja entweder selbstständig und hat sich um seine soziale Sicherheit selbst zu kümmern oder er ist zu schlechteren Konditionen in einem externen Unternehmen angestellt.
Der Sozialversicherungsträger und auch das Finanzamt sieht diese Vorgehensweise aus gutem Grund kritisch. Hier sollte man auf eine deutliche Erkennbarkeit des Werkvertrages achten. So dürfen Auftragnehmer und dessen Mitarbeiter nicht weisungsgebunden sein. Das muss im Kooperationsverhältnis deutlich sichtbar sein. Ein Werkvertrag definiert sich im Besonderen dadurch, dass nicht Arbeitskraft überlassen wird, sondern die Fertigstellung einer Arbeit versprochen wird. Wenn also in einem Supermarkt die einen weiß-rote Kittel und die anderen grüne Kittel tragen und deswegen unterschiedliche Löhne erhalten, darf man sich über einen kritischen Bericht nicht wundern.

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