Gesetzliche Bestimmungen für Registrierkassen

09. October 2012

Tante Emma, Edeka, ebay

Das Leben geht weiter. Als Tante Emma sich die vorschriftskonforme Registrierkasse nicht mehr leisten konnte, ist ihr Geschäft samt ihres Krämercharmes dem Investitionsboom der Supermärkte gewichen. In der Zwischenzeit haben kreative Programmierer und Geschäftsleute ein räumlich unabhängiges Verkaufskonzept geschaffen. Intel & Co. machen es möglich: Datenverarbeitung im Interesse des Handels. Neben Amazon und Millionen individueller Onlinestores ist ebay wohl die gewaltigste aller Handelsbörsen. Im Watchdog 3|12 sind wir schon einmal kurz auf die Frage: Gewerbe oder Flohmarkt eingegangen. Doch das Thema ist unerschöpflich und so möchten wir für eine schnelle Orientierung ein paar Tipps nachreichen.
Unternehmer sollten sich gemäß ihres Status‘ als gewerbliche Anbieter registrieren lassen. Das gilt natürlich auch für Kleinunternehmer, für die man allerdings eine kleine Extrarubrik1 zum Thema Mehrwertsteuer benötigt.

Falls Sie die Absicht haben, Dachboden und Keller mit Hilfe ebays etwas zu lichten, sollten Sie sich dafür einen zusätzlichen privaten Account anlegen. Das Finanzamt sieht sich nämlich das Verhältnis zwischen Investition und Erlös an. Wenn Sie Ihren durchschnittlichen Erlös durch den Verkauf einer Division Legosoldaten erhöhen, erhöhen Sie auch das durchschnittliche Investition/Erlös-Verhältnis. Nur passt es dann ja nicht mehr zum Einzelverhältnis Ihrer Ware. Solche Ungereimtheiten können zu Zuschätzungen führen.
Heikel ist eine kürzlich vernommene Einschätzung, die davon ausging, dass das Finanzamt ja nicht wissen könne, was man so online verkaufe. Das Gegenteil ist der Fall. Das Finanzamt scannt das virtuelle Kontinuum mit einer eigens dafür erstellten Software. Xpider arbeitet ähnlich wie andere Crawler oder Spider von Google oder Yahoo, nur eben im Dienst des Finanzamts. Auf Anfrage weiß das Finanzamt ziemlich genau was man online angeboten hat.

Ein Aspekt, der sich wohl nur bei Auktionsportalen wie ebay findet, ist das Ersteigern eigener Ware. Es ergibt ja auch sonst keinen Sinn, wenn man im eigenen Autohandel von sich selbst ein Auto kauft. Bei ebay ist das anders. Obwohl von ebay verboten, ist es üblich mit einem separaten Konto fleißig mitzubieten. Geht das schief, kauft man seine eigene Ware. Die ebay-Gebühren kann man vielleicht noch einsparen, indem man angibt, der Kauf sei nicht zustande gekommen. Aber das Finanzamt fragt im Fall einer Überprüfung natürlich dennoch nach. Hier können Sie dem Finanzamt gegenüber völlig offen sein, denn das hat weder Interesse noch Befugnis diese Information an ebay weiterzureichen. Sie werden durch das Steuergeheimnis geschützt.

1 Kleine Extrarubrik zum Thema Mehrwertsteuer:
Kleinunternehmer sind von der Berechnung einer Umsatzsteuer befreit. Das bedeutet aber auch, dass die Umsatzsteuer für Rechnungen aus dem Ausland nachträglich an das Finanzamt gezahlt werden muss.
Trügen Sie sich bei ebay als privater Händler ein, würde ebay 15% luxemburgische MwSt. berechnen. Wenn das Finanzamt später dann Ihren Account als gewerblich beurteilte, wären Sie nachträglich zur zusätzlichen Zahlung der deutschen Mehrwertsteuer verpflichtet.

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